Was hat euch dazu inspiriert, eine Karriere in der Tech-Branche zu verfolgen?
Die Tech-Branche ist diverser als viele vielleicht glauben mögen. Bei der Tiba Technologieberatung kommen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zusammen. In diesem Interview teilen Sina, Sandra und Marie ihre Erfahrungen mit uns – von den Anfängen ihrer Karrieren bis zu den Herausforderungen und Erfolgen, die sie erlebt haben. Sie geben Einblicke in ihre persönlichen Wege als Frauen in der Tech-Welt. Ihre Geschichten sollen informieren und können andere Frauen ermutigen, die eine Laufbahn in der Technologie in Erwägung ziehen.
Was hat euch dazu inspiriert, eine Karriere in der Tech-Branche zu verfolgen?
Sina: Ich bin schon immer sehr technikaffin gewesen und in gewisser Weise auch mit der Technik aufgewachsen. Smarte Lösungen für zu Hause zu bauen macht mir einfach Spaß. Meinen Bachelor und Master habe ich ganz klassisch in BWL absolviert, im Master konnte ich jedoch meinen Schwerpunkt auf digitale Transformationen legen, um mein technisches Skillset zu vertiefen, beispielsweise in Data Science und Programming. Was für manche abschreckend klingen mag, bereitet mir hingegen Freude, mich in neue Dinge reinzufuchsen. Dadurch wurde mir bewusst, dass ich meinen Weg nicht in die „normale“ Unternehmensberatung, sondern eher in Richtung Technologie und IT einschlagen möchte.
Sandra: Ich bin tatsächlich zufällig in der Tech-Branche gelandet. Am Anfang war ich nur ein Anwender, aber dann hat sich mir eine Chance geboten und bin als Quereinsteiger in die Softwareentwicklung reingerutscht, wo ich jetzt als Prozessexperte und Anforderungsmanager tätig bin.
Marie: Wenn ich ganz ehrlich bin, in den Softwarebereich bin ich reingerutscht, der Kollegen wegen. Ich bin schon seit ich mich erinnern kann immer eher in den MINT-Fächern gut gewesen. Ich habe Abi mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt gemacht und mich danach für ein Ingenieursstudium entschieden. Da war eine Anstellung in der Tech-Branche nicht verwunderlich. Von meinem ersten Projekt im PMO aus, bin ich mit ein paar kleinen Umwegen bei der Softwareentwicklung gelandet.
Wie seid ihr in eure aktuelle Position gekommen, und welche Herausforderungen habt ihr auf diesem Weg gemeistert?
Sina: Vor und während meinem Masterstudium habe ich als Qualitätsmanager gearbeitet, bevor ich nach dem Master nach Lissabon für 1,5 Jahre gezogen bin. Dort war ich für eine IT Beratung tätig, jedoch konnte ich mich nicht mit der portugiesischen Arbeitsweise identifizieren. Wir Deutschen arbeiten im Vergleich schon sehr schnell, genau und effizient. Daher habe ich mich aus Lissabon auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber (bestenfalls in Deutschland) gemacht. Zur Tiba-Tech bin ich am Ende über Umwege und viel Glück gekommen.
Sandra: Ursprünglich habe ich am Telefon Kunden zum Thema Hörgeräte beraten und auf der Reise zum geeigneten Gerät begleitet. Im Rahmen dieser Rolle war ich Nutzer verschiedener Software, unter anderem des CRM-Systems in dem Kundeninformationen gespeichert wurden und durfte später das System auf Herz und Nieren selbst testen. Als ich dann später von einem Unternehmen in derselben Branche gefragt wurde, ob ich mein fachliches Wissen als Prozessexperte bei der (Weiter-)Entwicklung einer neuen Software einbringen möchte, habe ich dann mein erstes Projekt in dem Bereich erleben dürfen. Meine Erfahrungen kamen mir später zugute, als ich bei der Tiba-Tech angefangen habe. Bei uns übernehme ich Prozess- oder Anforderungsanalysen, operative Unterstützung während des Entwicklungsprozesses und wenn vom Kunden gewünscht, auch Dokumentation und Training. Als Quereinsteiger in die Branche zu starten, hat trotz der Anstrengungen viel Spaß gemacht.
Marie: Ich habe mich vor mittlerweile 10 Jahren initiativ auf eine Stelle in der Tiba-Gruppe bei der Tiba Projektservice GmbH beworben. Aufmerksam auf die Tiba bin ich wegen einer Stellenausschreibung für ein Großprojekt in der Zeitung geworden. Das beworbene Projekt ist nie zu Stande gekommen, aber ich habe ein Angebot für eine Stelle im PMO eines Projekts im Automobilbereich bekommen. Da habe ich angefangen mich mit Projektmanagementsoftware von der Userseite zu beschäftigen. Einige Projekte, eine Verkettung an Zufällen später und dem Wechsel zu Tiba Tech befinde ich mich auf der anderen Seite und hoffe mir manchmal den Blick aus User-Sicht ein bisschen bewahrt zu haben.
Sina, kannst du einen deiner größten beruflichen Erfolge beschreiben?
Sandra: Mein größter Erfolg war der Tag des Go-Live eines neuen Systems in Italien. Das Projekt war komplex und der Prozess bis wir live gehen konnten, war lang aber der Moment als wir den Hebel umgelegt haben und die ersten Anrufe in der Hotline über das neue System ankamen, war ein besonderer Moment für mich und besonders schön war es, den Erfolg mit dem Projektteam und den Anwenderinnen an den Telefonen zu teilen.
Welche spezifischen Herausforderungen habt ihr als Frauen in der Tech-Branche erlebt und wie habt ihr diese überwunden?
Sina: Manchmal hat man das Gefühl, dass einem nicht so viel zugetraut wird oder man sich erst mal beweisen muss. Was mir hinsichtlich dessen immer gut hilft, ist einfach machen! Man hat nichts zu verlieren und lernt aus den Herausforderungen.
Marie: Ich muss sagen, dass mir schon länger keine extremen Beispiele mehr passiert sind. Ob das daran liegt, dass ich älter geworden bin, sich die Zeiten geändert haben oder es an den Branchen liegt, in denen ich im Moment tätig bin, mag ich nicht beurteilen.
Aber zum Anfang habe ich einige schwierige Situationen erlebt. Zum Beispiel habe ich einmal einen Anruf von einem Kunden bekommen, der entlang der Zeilen endete: Ich würde Sie darum bitten, denn das ist ja eher eine Aufgabe für eine Frau. Gemeint waren hierbei Namensschilder drucken und Stühle rücken.
Ich hatte immer das Glück, dass meine direkten Vorgesetzen und Kollegen hinter mir standen. Aus diesen Situationen habe ich gelernt klare Grenzen aufzuzeigen und beim nächsten Mal schlagfertiger zu sein.
Wie unterstützt die Tiba Technologieberatung Frauen in technischen Rollen und welche Initiativen oder Programme findet ihr besonders wertvoll?
Sandra: Ich würde sagen, bei uns merkt man keine Unterscheide. Wir werden gleichwertig behandelt und das merkt man beim Arbeiten im Team oder in der generellen Kommunikation. Wir sind generell ein Team mit sehr diversen Hintergründen – mit Studienabschlüssen in der Philosophie und Geografie über die Wirtschaftswissenschaft zur Informatik – alle unsere Erfahrungen und verschiedenen Perspektiven fließen in unsere Zusammenarbeit ein und wir schätzen die Heterogenität unserer Kollegen sehr.
Marie: Bei uns in der Tiba-Tech gibt es keine besondere Unterstützung für Frauen. Hier wird jeder individuell für seine Persönlichkeit gefordert und gefördert. Wäre das überall der Fall wäre es nicht notwendig Frauenförderungsprogramme zu etablieren.
Welchen Rat würdet ihr jungen Frauen geben, die eine Karriere in der Tech-Branche anstreben?
Sandra: Gerade unter Berücksichtigung meines Werdeganges betone ich die Wichtigkeit, neue Pfade zu erkunden und dabei bereitwillig Perspektiven, Erfahrungen und Ansichten auszutauschen; unabhängig davon, ob die andere Person derselben Meinung ist. Es schafft nicht nur ein Umfeld der Offenheit, sondern man kann voneinander lernen und fördert damit auch die Entwicklung innovativer Lösungen und Ideen. Das geschieht nur wenn man unterschiedliche Denkweisen zusammenbringt.
Marie: Probier es aus! Nimm dir Zeit zu schauen was dir gefällt und woran du Spaß hast. Motivation für ein Thema ist die halbe Miete. Und akzeptiere, wenn die Firmenkultur eines Unternehmens nicht zu dir passt. Es lohnt sich eine Firma zu finden die zu dir passt.
Sina, wie siehst du die Zukunft von Frauen in der Tech-Branche, und welche Veränderungen hoffst du in den nächsten Jahren zu sehen?
Sina: Positiv. Ich habe das Gefühl, dass sich immer mehr Frauen für die Tech-Branche bewusst entscheiden. Es ist ein äußerst spannender Bereich mit viel Bewegung und Herausforderungen. Ich hoffe natürlich, dass noch mehr Frauen in den Tech Bereich dazukommen, davon kann die ganze Branche nur profitieren.
Welche Technologien oder Innovationen findet ihr derzeit am spannendsten und warum?
Sina: Ganz klar der Bereich KI, Machine Learning und Big Data-Analyse. Dadurch wird ermöglicht, große Mengen an Daten zu analysieren und daraus wertvolle Erkenntnisse für Unternehmensprozesse zu gewinnen. Es können viel mehr Prozesse automatisiert werden und effizientere Abläufe geschaffen werden, was wiederum zur Steigerung der Produktivität führt. Spätestens durch ChatGPT wurde die Diskussion zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen beeinflusst.
Marie: Da ich sehr gerne in der Welt unterwegs bin und mich im Moment bei Flugreisen aufgrund der hohen Emissionen einschränke, bin ich persönlich am gespanntesten, wie sich die Antriebe für Flugzeuge entwickeln und wie und wann dort Massenpersonentransporte mit erneuerbaren Energien machbar sind.
Danke euch für diese Einblicke in eure persönlichen Wege als Frauen in der Tech-Welt!